Die Goldach hat sich im Martinstobel zwischen St.Gallen und Eggersriet rund 400 m tief in den Untergrund eingeschnitten. Im Gebiet von Schaugenbädli-Chasten gibt es zwei Steilstufen.
- Die nördliche Felswand (unterhalb Östrain) besteht aus einem harten Plattensandstein.
- Die südliche Wand (nach Chasten) besteht aus einer rund 30 m mächtigen Nagelfluhbank.
Zwischen diesen beiden härteren Gesteinen gibt es eine rund 200 m mächtige Zone aus weicherem Gestein.
Am 8. Mai 1975 löste aus der Felswand (A; siehe unten) eine Felsmasse. Diese bewegte sich von A nach B, und zerfiel dabei stürzend, rutschend in Bruchstücke aller Grössen. (Gewisse Blöcke hatten ein Volumen von 100 bis 500 m3). Das Felssturz-Material setzte in B grosse Mengen an lockerem Gestein in Bewegung. Diese Schuttmasse bewegte sich als Rutschung von B nach D.
In D vermochte die Schuttmasse infolge ihrer Auflast das gesamte Lockermaterial und Teile des anstehenden Mergels zu mobilisieren. Innerhalb eines Jahres war die gesamte untere Mulde auf einer Länge von 350 m bis zur Goldach hinab in Bewegung. Die abgestürzten Felsblöcke „schwammen“ jetzt in einem Gemisch aus Schlamm und Moränenmaterial.
Im Winter 1976/77 erreichte das Gemisch aus mächtigen Blöcken und Lockermaterial die Goldach und begann, das Flussbett einzuengen. Der Goldbach wurde von der Rutschmasse abgedrängt. Aus diesem Grund rissen die Wassermassen der Goldach während dem Hochwasser vom 31. Juli 1977 im Raum Schaugenbädli mehr als 1000 m2 der Badewiese sowie der Steg weg.
Der Austritt der Goldach aus der Schlucht zwischen den Nagelfluhfelsen der Ruine Rappenstein wird noch heute derart oft von Blöcken versperrt, dass sich hinter der Sperre regelmässig meterhohe Kiesbänke bilden.


So gibt es im gesamten Gebiet drei verschiedene morphologische Prozesse:
1. Die mechanische Verwitterung bewirkt (durch Druckentlastung, Temperaturwechsel und sprengende Wirkung von Klufteis), dass Plattensandstein-Blöcke aus der Wand ausbrechen und abstürzen (Felssturz).
2. Die Blöcke bewegen sich zusammen mit dem schlammigen Untergrund, auf den sie abgestürzt sind, als Rutschung talwärts.
3. Der Teil der Rutschung, der die Goldach erreicht, wird vom durchströmenden Wasser abgetragen (Fluss-Erosion) und weitertransportiert. Dies geschieht insbesondere bei Hochwasser.
Quelle
Krayss, Edgar: Rutschungen im st. gallisch-appenzellischen Molassegebiet (Widenbach, Goldach, Sitter). Berichte der St. Gallischen Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Herausgeber: St. Gallische Naturwissenschaftliche Gesellschaft, Band 82, 1985. download
Letzte Bearbeitung: 18.12.2025, markus weidmann