Murgang Flims · GR

Murgänge im Raum Flims

“Scheuchzer (It. Alp) erzählt, dass 1572 eine Rüfe in Flims drei Häuser umgeworfen, und die Kirche so beschädigt habe, dass das Gewölbe einstürzte. (Unsere Schriftsteller erwähnen diese Rüfe nicht, es könnte vielleicht Verwechslung mit der …

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Murgänge im Raum Flims, 1572

“Scheuchzer (It. Alp) erzählt, dass 1572 eine Rüfe in Flims drei Häuser umgeworfen, und die Kirche so beschädigt habe, dass das Gewölbe einstürzte. (Unsere Schriftsteller erwähnen diese Rüfe nicht, es könnte vielleicht Verwechslung mit der von 1578 sein. Diese letztere stellt Campell irrig als einen Bergsturz dar.”

Quelle

Beschreibung der Gemeinde Flims im obern Bund. 1805. In: Der neue Sammler, ein gemeinnütziges Archiv für Bünden. Siebter Jahrgang. Chur, 1812.

Brügger erwähnt dieses Ereignis folgendermassen: “1572. Im Dorfe Flims wurden bei einer Überschwemmung des Baches in “Plaun” 3 Gebäude zerstört und die Kirche dermassen beschädiget, dass deren Gewölbe einstürzte (J. J. Scheuchzer, Cataclysmographia helvetica, Tiguri 1733, pag. 48 in 4°. p. 22).“

Quelle

Brügger, C.G.: Beiträge zur Naturchronik der Schweiz, insbesondere der Rhätischen Alpen. Teil II. Naturchronik des sechzehnten Jahrhunderts. Beilage zum Programm der Bündnerschen Kantonsschule. Buchdruckerei Casanova, Chur, 1877.

Murgänge im Raum Flims, 11. August 1578

“Anno 1578. 11. August in der Nacht ist eine Rüfe zu Flims ab der Alp gekommen, die hat die besten Güter unterlegt (mit Schutt bedeckt), drei Häuser umgeworfen, das eine ist das Pfarrhaus gewesen, und sind elf Menschen umkommen, und etliche wunderbar davon entronnen, darunter war auch ein Kind in der Wiege, welches in einem Haus, so ausser der Tilli allerdings zerzogen war (wird sagen wollen: das ganze Haus sei, mit Ausnahme des Stubenbodens, zertrümmert worden) in der Stuben-Tilli unversehrt erhalten worden.”

Quelle

Beschreibung der Gemeinde Flims im obern Bund. 1805. In: Der neue Sammler, ein gemeinnütziges Archiv für Bünden. Siebter Jahrgang. Chur, 1812.

Felssturz und Murgänge nördlich von Flims, 1687

Ein Augenzeuge berichtet: «Den 16. Mai, also am Pfingstmontag, in der Nacht ist ein entsetzlicher Steinbruch von der Obern Alp aus dem Stein zu Arblauna, so ein grosses Stück Wald niedergerissen und einen Staub wie in dicker Nebel, welcher das ganze Feld und Dorf bis in Rens weiss besäet, verursacht hat; und dieser Steinbruch hat ein beständiges Herunterbrechen (von dieser Nacht an Tag und Nacht) von Steinen, Erde und Wasser beweget bis den 1. August (1687).»

Aus den Ablagerungen des Felssturzes lösten sich während intensiveren Niederschlägen Murgänge. Die Bevölkerung gab sich alle Mühe, um zu verhindern, dass sich diese über Kulturland wälzten («Unterlegung») oder zu Schäden an Gebäuden führten:

«Alsdann folgte den 1. Juli wegen der grossen Materie, die abgebrochen war, die Rüfe bei anhaltendem Regenwetter, wo man Tag und Nacht hat arbeiten müssen, um so viel wie möglich vor Unterlegung zu behüten; weil aber die Gasse und das Tobel Lainis mit Materie, Letten und Steinen angefüllt war, so hat man, um dieselbe wegführen zu lassen, das Wasser von dem Berg darauf gerichtet.

Die erste Rüfe hat des Andres Cabalzaren Krautgarten unterlegt oder weggeführt, item des Joder Radulfen Krautgarten, Herrn Ammann Hans B. Von Belf. obere Haustür, und Herrn Landschreiber Sebast. v. Cap. Stadelthor wurden verschlagen oder zugedeckt.

Item den 31. Juli desselben Jahres ist auf anhaltendes Regenwetter die Rüfe gekommen, da man den ganzen Sonntag hat arbeiten müssen, um den Ausbruch zu Lainis zu hintertreiben, wie es endlich durch Mühe und Fleiss gelungen; es ist ein Strich durch Quadris ab, gerad gegen die Kirche, bis in des Vigilli Bawigilli Gut gekommen.

Den 20. August dies Jahres ist wieder die Rüfe bei einem schnellen Regen in der Nacht gekommen … (..) durch (…) Martis Fluris Baumgarten (…) bis an den Mühlbach.»

Quelle

Buck, D.: Stürzende, gleitende und fliessende Gesteinsbewegungen in der Schweiz. Beigabe zum Jahresbericht der Stiftsschule Maria-Einsiedeln im Studienjahre 1920/21. Verlagsanstalt Benziger, Einsiedeln, 1921.

Anmerkung Wenn die Lokalitäten «Obern Alp», «Arblauna» und «Quadris» den Bezeichungen «Alp Sura» (Siegfriedkarte), «Darblauna» und «Quadris» (LK 1:25‘000) entsprechen, dann kann man davon ausgehen, dass sich der Felssturz von 1687 am Flimserstein im Raum «Darblauna» löste und Richtung Flims Dorf stürzte. Diese These stützt auch die Tatsache, dass sich einer der Murgänge als «… Strich durch Quadris ab, gerad gegen die Kirche … » bewegte.

Informationen Brügger zum Ereignis von 1687

Brügger präsentiert in seiner Naturchronik der Schweiz folgende Informationen zum Ereignis:

“1687 “Flims in Rhätien erlitt in diesem Jahre – so meldet Scheuchzer (Catacl. 1733, p 26) Überschwemmungen durch den Wildbach Blaune” (soll heissen: das Plaunca-Tobel bei Fidaz). Genauere und ausführliche Angaben hieruber bringt der Bericht eines dortigen Einwohners in einer handschriftlichen Lokal-Chronik, welcher also lautet:

“Den 16. Mai als am Pfingstmontag in der Nacht ist ein entsetzlicher Steinbruch von der Obern Alp aus dem Stein zu Arblauna, so ein grosses Stück Wald niedergerissen und einen Staub, wie dicker Nebel, welcher das ganze Feld und Dorf bis in Rens weiss besäet, verursachet hat; und dieser Steinbruch hat ein beständiges Herunterbrechen (von dieser Nacht an Tag und Nacht) von Steinen, Erde und Wasser beweget bis den 1. August (1678).

Alsdann folgte den 1. Juli (1687), wegen der grossen Materie, die abgebrochen war, die Rüfe bei anhaltendem Regenwetter, wo man Tag und Nacht hat arbeiten müssen, um so viel möglich vor Unterlegung zu behüten; weil aber die Gasse und das Tobel Lainis mit Materie, Letten und Steinen angefüllt war, so hat man, um dieselbe wegführen zu lassen, das Wasser von dem Berg darauf gerichtet. Diese erste Rüfe hat des Andres Cabalzaren Krautgarten untergelegt oder weggeführet, item des Joder Radulfen Krautgarten, Hrn. Amman Hans B.v.Belf. obere Hausthür, und Hrn. Landschr. Sebast. v. Cap. Stadelthor wurden verschlagen oder zugedeckt.

Item den 31. Juli desselben Jahres ist auf anhaltendes Wetter die Rüfe gekommen, da man den ganzen Sonntag hat arbeiten müssen, um den Ausbruch zu Lainis zu hintertreiben, wie es endlich durch Mühe und Fleiss gelungen; es ist ein Strich durch Quadris ab, gerad gegen die Kirche, bis in des Vigilli Cawigilli Gut gekommen. Den 20. August dieses Jahres ist wieder die Rüfe bei einem schnellen Regen in der Nacht gekommen, hat Hrn. Ammanns hans Beeli’s Kraut- und Baumgarten, Hrn. Schreiber Marti Beeli’s Krautgarten ganz untergelegt, durch Marti’s Caw. Garten in Mstr. Casper Schröpfers Krautgarten und Hofstatt gebrochen, durch Hrn. Landsm. Joh. Gaud. v. Cap. und Martis Fluris Baumgarten abgedrungen bis in den Mühlbach.“

Quelle

Brügger, C.G.: Beiträge zur Naturchronik der Schweiz, insbesondere der Rhätischen Alpen. Teil IV. Naturchronik des siebzehnten Jahrhunderts, zweite Hàlfte (1650-1700) Beilage zum Programm der Bündnerschen Kantonsschule. Buchdruckerei Conzett, Chur, 1881.

Murgänge im Raum Flims, 20. Juni 1715

“1715 den 20. Jun. abends um 9 Uhr, kam ein starcker Platzregen, mit Blitzen, Donner und Hagel auf dem Stein, davon die Rüfe angangen, und ehe als die Leute im Sturm herbej waren, kame sie ins Dorf mit grossen Steinen, füllte und unterlegte den Brunnen, die nächsten Gärten, brach durch die Thoren des Herrn Pot (estat) Christophel v. Capol, und des Jkr. Marti Beli, füllte bis an des Städeli Dach, verderbte etliche Fuder Heu, füllte den Kuh- und Rossstall auf.

Darin war (des) Herrn Bundssch.r Heim Pferd, welches mann mit Stricken herausziehen musste, und auch anders Vieh. Das Haus Luzis Cabalzar Stall wurde auch unterlegt, jedoch das Vieh mit grosser Gefahr errettet. Der Pfrundstall war voll Wasser, Lett und Steinen, weilen unbedachtsame Buben die hintere Thür geöfnet. Hans Luzi Cabalzar musste Haus und Stall und in ein anders Haus legen. Andern mehr tate sie schaden.“

Quelle

Parli, Christian / Pieth, Friedrich: Flimser Chronik. In: Bündnerisches Monatsblatt: Zeitschrift für bündnerische Geschichte, Landes- und Volkskunde. Band 1950, Heft 12

Murgänge im Raum Flims, Juli 1750

“1750 den 12. Jul. ist ein starker Hagel gefallen ob Haraus (wohl Naraus) und Flida, wie auch auf der obern Alp, das abgetriebene Wasser hat auf Flida und Talansaus grossen Schaden verursacht. Es ist auch über Spalingia und Vallchiern (Val Tschiern?) niedergeflossen und zu Zischeisch grossen Schaden gethan, auch über Darblauna und zu Quadris geschadet, es hat angedauert den 12.—14. Jul., im Dorf aber keinen grossen Schaden gethan.

Den 26. Jul. ist abermals ein grosses Wasser durch die gasse geflossen, doch ohne grossen Schaden. Durch Vall Scheia und Prautumasch ist auch grosses Wasser mit Tannen geflossen, darinn Christ Bruner, Tönis Sohn umkommen, und erst nach 3 Tagen Suchen, unter Marcau, am Leib unverzehrt gefunden worden und begraben.“

Quelle

Parli, Christian / Pieth, Friedrich: Flimser Chronik. In: Bündnerisches Monatsblatt: Zeitschrift für bündnerische Geschichte, Landes- und Volkskunde. Band 1950, Heft 12

Murgänge im Raum Flims, Juni 1762

“1762 den 24., 25., 26. und 27. Jun. ist eine erschröckliche Menge Wasser von der obern Alp und überall abgeflossen, dadurch das Dorf, Feld und der Berg grösseren Schaden gelitten, als zuvor nie geschehen, vom Pfrundhaus bis an den Fluss Davos ist das Dorf wie ein Steinhaufen gewesen, durch Vig grond war ein grosses Tobel gemacht, welches Wasser grossen Schaden verursacht, aber doch durch Gottes Hilfe keine Häuser oder Stall ganz bedeckt, wohl aber 3 übel beschädigt.”

Quelle

Parli, Christian / Pieth, Friedrich: Flimser Chronik. In: Bündnerisches Monatsblatt: Zeitschrift für bündnerische Geschichte, Landes- und Volkskunde. Band 1950, Heft 12

Letzte Bearbeitung: 18.12.2025, markus weidmann

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