Murgang Poschiavo · GR

Murgänge im Raum Poschiavo

1672. Erste, historisch belegte Rüfenaktivität im Val Varuna. IIn diesem Jahr wurden im Rahmen von Hexenprozessen mehrere Frauen angeklagt, einen Murgang im Val Varuna ausgelöst zu haben. Auf dieser Seite 1566 1672 1772 1773, 1776 und 1792

1672. Erste, historisch belegte Rüfenaktivität im Val Varuna. IIn diesem Jahr wurden im Rahmen von Hexenprozessen mehrere Frauen angeklagt, einen Murgang im Val Varuna ausgelöst zu haben.

Auf dieser Seite

1566

Das erste gesicherte Datum einer grossen Überschwemmung in Poschiavo. Die Quellen für dieses Ereignis sind sehr dürftig. Zum Val Varuna gibt es keine Angaben.

1672

Erste, historisch belegte Rüfenaktivität im Val Varuna. IIn diesem Jahr wurden im Rahmen von Hexenprozessen mehrere Frauen angeklagt, einen Murgang im Val Varuna ausgelöst zu haben.

1772

Bei einer grossen Überschwemmung richtete auch die Varuna Schaden an. Der untere Teil des Kegels

wurde übermurt. Weit grösseren Schaden aber richtete der hochwasserführende Poschiavino an, der viele Brücken zerstörte.

1773, 1776 und 1792

Ebenfalls Jahre mit Hochwasserereignissen, die Schäden im Puschlav anrichteten.

1834

Das Hochwasserkatastrophenjahr 1834 setzte dem Tal und Poschiavo arg zu. Der Ursprung des Murganges im obersten Einzugsgebiet des Baches war gemäss einem Begehungsprotokoll vom September 1834 nicht wie 1987 unterhalb des Piz Varuna, sondern an der Südflanke des Cornasello.

1839, 1842, 1845 und 1855

Weitere bedeutende Hochwasser im Puschlav.

1987

Ein Murgang des berüchtigten Verunabaches gelangte in den hochgehenden Poschiavino und verursachte bei der Dorfbrücke einen Geschiebestau. Im Rahmen von verheerenden Ausbrüchen wurde der Dorfkern völlig verwüstet, zahlreiche Gebäude beschädigt oder zerstört. 150 Personen mussten mitten in der Nacht evakuiert werden. Viele mussten mit Helikoptern von den Dächern befreit werden.

1987 wurde gemäss verschiedenen Dokumenten ein weit grösserer Teil des Dorfes überschwemmt und beschädigt als 1834. Hochwassermarken von 1834 in einem Privathaus und in der Stiftskirche San Vittore wurden 1987 deutlich überschritten.

Erosionsleistung durch Murgänge im Val Varuna. Quelle: Paravinci, Gianni / Rickenmann, Dieter / Zimmermann, Markus: Murgänge und Hochwasser im Puschlav: historische und aktuelle Analysen im Val Varuna

Abbildung zu «Murgänge im Raum Poschiavo»

Ein Bachabschnitt im Val Varuna vor den Unwettern 1987. (Foto: R. Costa, Poschiavo).

Abbildung zu «Murgänge im Raum Poschiavo»

Derselbe Bachabschnitt nach den zwei Unwettern im Jahr 1987. Der Bachabschnitt ist ausgeräumt; die Bacheinhänge rutschen nach. Die Tiefenerosion beträgt an dieser Stelle ungefähr 8 m, die Erosionsleistung 300 m3/m. Foto: G. Paravicini, Poschiavo 10.10.87.

Quellen

  • Paravinci, Gianni / Rickenmann, Dieter / Zimmermann, Markus: Murgänge und Hochwasser im Puschlav : historische und aktuelle Analysen im Val Varuna. Zeitschrift: Wasser Energie Luft = Eau énergie air = Acqua energia aria, Band: 82 (1990), Heft: 5-6. download
  • Zeller, J./Röthlisberger, G. ( 1988 ): Unwetterschäden in der Schweiz im Jahr 1987. Wasser, Energie, Luft 80, Vi, S. 29-42. download

Literatur

  • Badilatti, Marco: Wars am Ende ein Gewinn? : Die Nacht, als der Berg kam, und Poschiavo heute. Heimatschutz = Patrimoine, Band (Jahr): 94 (1999), Heft 4. download
  • Paravicini, Gianni: Mure e alluvioni in Val Poschiavo : analisi storiche e attuali della Val Varuna. Quaderni grigionitaliani, Band (Jahr): 61 (1992), Heft 1. download
  • Das Thal von Poschiavo und die Curanstalt Le Prese am See von Poschiavo. Zürich, [1889]. download
  • Culmann, C.: (1864), Bericht an den hohen Bundesrath über die Untersuchung der schweizerischen Wildbäche, vorgenommen in den Jahren 1858, 1859, 1860 und 1863. Zürcher & Furrer, Zürich.
  • Fanconi, G.:(1834), Handgeschriebenes italienisches Begehungsprotokoll des Val Varuna im September 1834. Gemeindearchiv Poschiavo.
  • Haeberli, W., Naef, F.: (1988), Murgänge im Hochgebirge. Die Alpen. «Zeitschrift des SAC», 4. Quartal. Stämpfli, Bern.
  • Killias, E.: (1870), Das Thal von Poschiavo und die Kuranstalt von Le Prese. Orell Füssli & Co, Zürich.
  • Lambert, A.:(1988), Hochwasser im Alpenraum, Pulsschläge der Erosion. «Die Geowissenschaften», Nr. 7. D-Weinheim.
  • La Nicca, R.:(1839), Über die Zerstörung bei Poschiavo im Jahr 1834 und über die in Folge derselben am Poschiavino ausgeführte Flusscorrection. «Zeitschrift über das gesammte Bauwesen». F. Schulthess, Zürich.
  • Leonardi, G..(1859), Das Poschiavino-Thal. Leipzig.
  • Marchioli, D.:(1886), Storia della Valle di Poschiavo. Vol. I & II Tip. E. Quadrio, Sondrio.
  • Mazzali, T.: (1988), II martirio delle streghe. Xenia Edizioni, Milano.
  • Paravicini, G.:(1989), II segreto della Val Varuna. «La Scariza». 8febbraio 1989. Poschiavo.
  • Protocollo Val Varuna: (1855-1958), Handschriftliches Protokoll der Verbauungsgenossenschaft

Val Varuna (Privatbesitz).

Letzte Bearbeitung: 18.12.2025, markus weidmann

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