Auf dieser Seite
- Wo löste sich die Bergsturzmasse?
- Gab es Ereignisse, die dem Bergsturz vorangingen?
- Welches Volumen hatte der Bergsturz?
- Wie verlief der Bergsturz? Welche Phänomene traten auf?
- Wie stark waren die Erschütterungen, die der Bergsturz verursachte?
- Warum kam es zum Bergsturz?
- Was löste den Bergsturz schlussendlich aus?
- Welche Auswirkungen, welche Folgen hatte der Bergsturz?
Wo löste sich die Bergsturzmasse?
Am Pizzo Cengalo auf rund 3’000 Metern über Meer.

Der Pizzo Cengalo am 28. Dezember 2011 – einen Tag nach dem Bergsturz. Rot umrandet: Der Bereich, aus dem sich der Bergsturz löste. Foto: M. Negrini.

Orange: Ausbruchsnische. Rot: Ausbreitung des Bergsturzes / Bergsturzablagerungen. Die Eintragungen in dieser Karte erheben keinen Anspruch auf wissenschaftliche Exaktheit. © Hintergrundkarte: swisstopo. Zur interaktiven Version dieser Karte
Gab es Ereignisse, die dem Bergsturz vorangingen?
Ja. Ein erster grösserer Felsabbruch um die Mittagszeit und ein grösserer Felssturz um 14:50 Uhr.
Welches Volumen hatte der Bergsturz?
Zwei bis drei Millionen m3.
Wie verlief der Bergsturz? Welche Phänomene traten auf?
Die Felsmassen stürzten ins Val Bondasca. Während dem Sturz schlugen die Felsbruchstücke häufig und heftig aneinander. Dabei entstand sehr viel Gesteinspulver. Die Druckwelle, die den Sturz begleitete, verteilte das Pulver in der Umgebung.

Wie stark waren die Erschütterungen, die der Bergsturz verursachte?
Niemand erlebte den Bergsturz mit. Trotzdem weiss man sehr genau, wann er sich ereignete. Denn die stürzenden Felsmassen liessen den Boden so stark erzittern, dass sich im Untergrund Erschütterungswellen ausbreiteten. Sie wurden im gesamten Alpenraum sowie bis weit nach Deutschland von seismischen Stationen registriert.
Der Schweizerische Erdbebendienst konnte aufgrund der Aufzeichnungen der seismischen Station «Valle di Lei» folgende Aussagen machen:
- Ab etwa 12 Uhr gab es mehrere kleinere Sturz-Ereignisse.
- Der Bergsturz ereignete sich um 18:25 Uhr.
- Er dauerte rund 110 Sekunden.
Die vom Bergsturz erzeugten Erschütterungswellen waren in etwa so stark wie die eines Erdbebens mit Magnitude 2.7.

Warum kam es zum Bergsturz?
Der Pizzo Cengalo ist wie jeder Berg von unzähligen kleinen und grossen Bruchflächen und Spalten durchzogen. Auch im Bereich der Felsmasse, die im Dezember 2011 zu Tal stürzte, gab es seit langem zahlreiche Spalten.
Was löste den Bergsturz schlussendlich aus?
Im Spätherbst 2011 drang Wasser in diese Spalten ein und gefror. Gefrierendes Wasser dehnt sich aus. Man vermutet, dass das Eis das Abfliessen von weiterem Wasser, das in die Spalten eindrang, verhinderte. Im Winter 2011 pressten das Eis und das angestaute Wasser die Spalten unzählige male auseinander – bis die Felsmasse den Halt verlor und abstürzte.

Welche Auswirkungen, welche Folgen hatte der Bergsturz?
Nach dem Bergsturz lagen Millionen von Kubikmetern Gesteinsschutt am Pizzo Cengalo; unverfestigt, der Erosion preisgegeben. Bei intensiven Regenfällen wurde oberflächlicher Schutt von Wasser durchtränkt und vom abfliessenden Wasser in Runsen mitgerissen. Deshalb ereigneten sich im Val Bondasca mehrere Murgänge.
Quelle
Der Bergsturz am Pizzo Cengalo. Ausstellung Pro Natura. 2013 download
Literatur
Yves Bonanomi: KURZBERICHT UND ZWISCHENAUSWERTUNG. 04.01.2012 download
GeoPrävent: Val Bondasca (Murgang). 19.11.2014 download
Letzte Bearbeitung: 17.12.2025, markus weidmann


