Auf dieser Seite
- Wie verlief der Felssturz?
- Welches Volumen hatte der Felssturz?
- War das Martinsloch betroffen?
- Warum weiss man so genau, wann der Felssturz stattfand?
- Gab es Zeugen dieses Ereignisses? Wanderer, Bergsteigerinnen, Einwohner von Glarus?
- War dies das erste Ereignis am Grossen Tschingelhorn?
Wie verlief der Felssturz?
Der Felssturz löste sich am Nordostgrat des grossen Tschingelhorns (2849 m ü.M.) Die Felsmassen stürzten grösstenteils ins Glarnerland ab. Diese Animation zeigt, wie sich der Felssturz abgespielt haben könnte.

Grosses Tschingelhorn, Grenzberg zwischen Glarus und Graubünden. Ausgebrochener Bereich gelb umrandet. Die messerscharfe Linie der Glarner Hauptüberschiebung (hellblau) trennt die Verrucano-Gesteine von den unterliegenden Kalksteinen. Das Martinsloch wurde beim Ausbruch knapp verfehlt. Das Erscheinungsbild des Grossen Tschingelhorns hat sich durch das Ereignis stark verändert. Bildquellen: Links: Foto Homberger, UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona Rechts: Lorenz Grämiger, Dr. von Moos AG. Grafik: Thomas Buckingham, Welterbe-Geologe.

Ausgebrochener Bereich (gelb) am Grossen Tschingelhorn von der Bündner Seite aus fotografiert. Die messerscharfe Linie der Glarner Hauptüberschiebung (hellblau) trennt die Verrucano-Gesteine von den unterliegenden Kalksteinen. Schon seit vielen Jahren kam es am Fuss des ausgebrochenen Volumens zu Steinschlag (rot). Bild: Foto Homberger, UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona. Grafik: Thomas Buckingham.
Welches Volumen hatte der Felssturz?
Dieses 3D Modell zeigt, welcher Bereich des grossen Tschingelhorns talwärts stürzte. Aufgrund dieses Modells wird das Volumen des Felssturzes auf rund 100’000 m3 geschätzt. Dies entspricht in etwa dem Volumen von 120 Einfamlienhäusern.
War das Martinsloch betroffen?
Die Felsmassen stürzten sowohl auf der Glarner als auch auf der Bünder Seite des Tschingelhorns am Martinsloch vorbei. Sie verfehlten dieses nur knapp.
Warum weiss man so genau, wann der Felssturz stattfand?
Das Messnetz des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED) zur Erkennung von grösseren Felsstürzen zeichnete das Ereignis auf (Magnitude 2.2). Dank dieser Aufzeichnung kann der SED sagen, dass der Felssturz um 09:46 Uhr stattfand.
Gab es Zeugen dieses Ereignisses? Wanderer, Bergsteigerinnen, Einwohner von Glarus?
Das Ereignis geschah an einem bedeckten Tag. Menschen waren keine in der Nähe. Niemand hörte den Felssturz. Erst Tage nach dem Ereignis fiel einem Einwohner von Elm auf, dass das grosse Tschingelhorn eine neue Form hat. Denn die Silhouette des Grossen Tschingelhorns wurde durch den Felssturz massiv verändert.
War dies das erste Ereignis am Grossen Tschingelhorn?
Nein. Bereits in den Jahren 1911 und 1937 ereigneten sich in den Tschingelhörnern Felsstürze.
Am unteren Teil des Nordostgrat des Grossen Tschingelhorns wurde in den letzten Jahren vermehrt Steinschlag beobachtet.
Quellen
- Welterbe Sardona: Massiver Felsabbruch beim Martinsloch im Welterbe Sardona. Medienmitteilung, 15. Oktober 2024. download
- Bildmaterial mit Quellenangabe. download
Literatur
Felssturz am Grossen Tschingelhorn: Riesiger Felsabbruch beim Martinsloch: «Berg sah plötzlich anders aus». Tagesanzeiger, 17.10.2024.
Letzte Bearbeitung: 17.12.2025, markus weidmann

