Auf dieser Seite
- Wie die Linth den Walensee und den Zürichsee schuf
- Anfangs des 18. Jahrhunderts
- Zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts
- 1807 bis 1823: das gemeinnützige nationale Projekt «Linthwerk»
- Linth-Hochwasser
- 1873 Linth-Hochwasser
- 1900 Hochwasser der Linth und Sernft
- Juni 1910 Linth-Hochwasser
- September 1953 Linth-Hochwasser
- Mai 1999 Linth-Hochwasser
- August 2005 Linth-Hochwasser
- Anhang: Virtuelle Bibliothek zur Linth und zum Linthwerk
- Literatur zum Thema Linthkorrektion / Linthwerk
- Literatur zum Thema Linth-Melioration
- Karten und Pläne
Wie die Linth den Walensee und den Zürichsee schuf
Am Ende der letzten Eiszeit – also vor etwa 12’000 Jahren – breitete sich zwischen Zürich und Sargans ein einziger, grosser See aus. Walensee und Zürichsee waren Teil dieses Sees. Mit dem Schwinden der Gletscher breitete sich die Linth aus. Sie führte aus ihrem Einzugsgebiet riesige Mengen an Tonmineralien, Sand und Kies zum grossen See. In diesem lagerte sie das Material in form eines Deltas ab.
Die Delta-Ablagerungen wurden immer grösser. Als sie das gegenüberliegende Ufer erreichten, begann die Trennung des grossen Sees in zwei Abschnitte. So entstanden Zürichsee und Walensee. Heutiger Stand: Die Linth hat im grossen See so viel Material abgelagert, dass es schon seit längerer Zeit die Linthebene gibt. Fazit: dank der Linth gibt es den Walensee, den Zürichsee und die Linth-Ebene.

Vor rund 11’500 Jahren: Das Linth-Delta erreicht von Süden her das gegenüberliegende Ufer des grossen Sees. Nun beginnt die Trennung des grossen Sees in zwei Abschnitte: dem Zürichsee (links) und dem Walensee (rechts). Quelle: Schindler, 2004.
Anfang des 18. Jahrhunderts

Die Linth fliesst aus dem Glarnerland nach Ziegelbrücke und von dort aus Richtung Zürichsee. Die Linthebene ist ein versumpfter Lebensraum einer von endlosen Hochwassern und todbringenden Krankheiten geplagten Bevölkerung.
Zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts
Der Tuggenersee (Alternative Schreibweise: Tuggner See oder Tuggnersee) ist ein um 1550 verlandeter See in der Linthebene auf dem Gebiet der Kantone St. Gallen und Schwyz. Er wurde nach der Gemeinde Tuggen benannt. Im Spätmittelalter war der Tuggenersee zeitweise eher eine Ried- oder Sumpflandschaft denn eine zusammenhängende Wasserfläche. Um 1550 verlandete er vollständig.

Entwicklung der Linthebene bei Tuggen. Oben links Tuggenerbucht Ende der Römerzeit, oben rechts um das Jahr 1000, unten links Tuggenersee um 1450 und unten rechts der vollständig verlandete Tuggenersee um 1550. Quelle: Daniel L. Vischer: Die Geschichte des Hochwasserschutzes in der Schweiz. Von den Anfängen bis ins 19. Jahrhundert.

Die Linth floss über die verlandete Ebene nach Grinau und in den Zürichsee weiter. Dadurch wurde ihr Unterlauf um 4 km länger. Dies führte zu einer Hebung des Linthbetts von 2.4 bis 3.2 Meter. Das machte sich flussaufwärts bemerkbar: Das Flussbett stieg bei Ziegelbrücke innerhalb weniger Jahrzehnte an (gemäss Arnold Escher von der Linth zwischen 1750 und 1800 um 3 Meter).
Diese Hebung des Linthbetts führte hatte verschiedene Auswirkungen:
- Bei Ziegelbrücke wurde der Abfluss der Maag aus dem Walensee zurückgestaut. Dadurch wurde der Walensee eingestaut.
- Die Linth uferte vermehrt aus und suchte sich neue Wege.
- Die Seitenbäche konnten nicht mehr in die Linth münden, ohne ihrerseits auszuufern und neue Wege einzuschlagen.
In der Folge wurden Weesen und Walenstadt bei Hochwasser regelmässig überschwemmt – manchmal wochen-, manchmal monatelang. Allmählich versumpfte die gesamte Linthebene zwischen Walen- und Zürichsee. In den umliegenden Dörfern breiteten sich malaria-ähnliche Sumpffieber aus, die tausende von Todesopfern forderten.

1807 bis 1823: das gemeinnützige nationale Projekt «Linthwerk»
Mit dem fünf Kilometer langen Escherkanal (1811 eröffnet) wurde die Linth von Mollis aus in den Walensee geleitet. In diesem versenkt sie seither ihr Geschiebe (Abbildung unten). Zwischen Walensee und Zürichsee wurde der 17 Kilometer lange Linthkanal erstellt (1816 eröffnet), was den Abfluss des Walensees verbesserte.

Linth-Hochwasser
> 1873 Linth-Hochwasser
Ende Juli und September 1868: „Gewaltige Hochwasser“ der Linth, die bedeutende Schäden brachten.
Mehr zum Unwetter vom Juli 1868
Mehr zum Unwetter vom September 1868
>1900 Hochwasser der Linth und Sernft
August 1900. Hochwasser der Linth und des Sernf. Der Sernf riss in Matt eine 20 Meter lange Brücke weg, beschädigte die Ufer und überflutete dieselben an mehreren Stellen.
> Juni 1910 Linth-Hochwasser
> September 1953 Linth-Hochwasser
> Mai 1999 Linth-Hochwasser
> August 2005 Linth-Hochwasser
Quellen
- Linthwerk
- Elementarschäden und Versicherung. Studie des Rückversicherungsverbandes kantonal-schweizerischer Feuerversicherungsanstalten zur Förderung der Elementarschadenversicherungen. I. Band. Achtes Kapitel: Kanton Glarus. Bern, 1936.
Links
- Das Linth-Escher Auditorium präsentiert eine umfangreiche Ausstellung zur Linth-Korrektur sowie zu Hans Conrad Escher von der Linth, dem Erbauer des Linthwerks.
- das Linthwerk
Wiki-Seiten
Anhang: Virtuelle Bibliothek zur Linth und zum Linthwerk
- Schindler, Conrad: Wie die Linthebene verlandete. Zeitschrift: Marchring, 2006, Heft 46: Die Linthebene. download
- Glaus, Beat: Die Schifffahrt durch die Linthebene. Zeitschrift: Marchring, 2017. download
- Lambert, André: Die Entwicklung des Linthdeltas im Walensee zwischen 1931 und 1979. Eclogae Geologicae Helvetiae, Band 73, 1980, Heft 3. download
- Archäologie Schweiz: Linth, Seez, Limmat und mehr.. Ein kulturgeschichtlicher Führer. Basel 2011. download
- Schmid, W.: Wildbachverbauungen und Flusskorrektionen im Einzugsgebiet der Linth-Limmat. Wasser- und Energiewirtschaft, Band 54, 1962, Heft: 8-10. download
- Reichlin, Nazar: Über den gegenwärtigen Stand der Zürichseeregulierung. Wasser- und Energiewirtschaft = Cours d’eau et énergie, Band: 33 (1941), Heft: 3-4. download
- Kanton Glarus: Sanierungsplanung Geschiebehaushalt. Strategische Planung, Schlussbericht. 2014. download
- Flusskorrektionen und Wildbachverbauungen im Kanton Glarus. Referat von Kantonsing. Blumer, Glarus, an der Versammlung des Linth-Limmatverbandes vom 23. März 1935 in Glarus. Wasser- und Energiewirtschaft, Band: 27 (1935), Heft: 7-8. download
- Flusskorrektionen und Wildbachverbauungen im Kanton Glarus. Schluss. Referat von Kantonsing. Blumer, Glarus, an der Versammlung des Linth-Limmatverbandes vom 23. März 1935 in Glarus. Wasser- und Energiewirtschaft, Band: 27 (1935), Heft: 9-10. download
>Literatur zum Thema Linthkorrektion / Linthwerk
- Daniel L. Vischer: Die Geschichte des Hochwasserschutzes in der Schweiz. Von den Anfängen bis ins 19. Jahrhundert. Berichte des BWG, Serie Wasser, Nr. 5, Bern, 2003. download
- Vischer, Daniel L.: Die Linthkorrektion von 1807 bis 1816 : ihr Einfluss auf die untere Linthebene und den Zürichsee. Zeitschrift: Marchring, 2006, Heft 46: Die Linthebene. download
- Cavelti Hammer, Madlena / Brandenberger, René: Das Linthwerk (1807-1822). Cartographica Helvetica : Fachzeitschrift für Kartengeschichte, Band (Jahr): 13-14 (1996), Heft 14. download
- Buss, Ernst: Glarnerland und Walensee. Seite 91: Das Linthwerk. 1885. ETH-Bibliothek Zürich. download
- Legler, G.H.: Ueber das Linthunternehmen. Jahrbuch des Historischen Vereins des Kantons Glarus
Band 4, 1868. download
- Legler, G.H.: Ueber das Linthunternehmen 1862-1886. Jahrbuch des Historischen Vereins des Kantons Glarus, Band 23, 1887. download
- Das Linthunternehmen in den Jahren 1862-1886. Schweizerische Bauzeitung, Band 7/8 1886, Heft 23. download
- Daniel Speich: Helvetische Meliorationen. Die Neuordnung der gesellschaftlichen Naturverhältnisse
an der Linth (1783–1823). Chronos Verlag, Zürich, 2003. download
- Speich, Daniel: Die Linthkorrektion: ein Projekt zur Verbesserung von Mensch, Natur und Gesellschaft. Tec21, Band: 129 (2003), Heft: 16-17: Eschers Erbe. download
- Rota, Aldo: Mehr Sicherheit und mehr Natur: das Hochwasserschutzkonzept Linth 2000 – Technische Aspekte. Tec21, Band: 129 (2003), Heft: 16-17: Eschers Erbe. download
- Jud, M. / Loat, R.: Das Linthwerk zwischen gestern und heute. Geomatik Schweiz : Geoinformation und Landmanagement, Band 106, 2008, Heft 8. download
- Officielles Notizenblatt die Linthunternehmung betreffend Zürich, 1807-1824. ETH-Bibliothek Zürich. download
- Escher von der Linth, Hans Konrad: Schänis an der Linth, im Dezember 1811. 1811
ETH-Bibliothek Zürich. download
- Jäckli, Heinrich: Elemente einer Anthropogeologie. Eclogae Geologicae Helvetiae, Band 65, 1972, Heft 1. download
- Daniel Speich: Die Linthkorrektion. tec 21. Sonderdruck aus Heft 16-17/2003. download
- Regula Steinhauser-Zimmermann: Fieber im Linthgebiet. Januar 2022. download
- Markus Jud: Erfahrungen des Linthwerks mit Damminstabilitäten. Fachtagung OST | November 2021, download
>Literatur zum Thema Linth-Melioration
- Meier, Jacques: Melioration der Linthebene. Wasser- und Energiewirtschaft = Cours d’eau et énergie. Band: 54. 1962. Heft: 8-10. download
- Hösli, Jost: Wandlungen der Linthebene : vom Sumpf zur Polderlandschaft – zur Vollendung des Linthwerkes. Geographica Helvetica, Band 21, 1966, Heft 3. download
- Jud, Markus / Keller, Heiner: Die Sanierung des Linthwerks. Tec21, Band 139, 2013, Heft 38: Neuer Saum für die Linth. download
- Strüby, A.: Das Linthwerk und das Meliorationsprojekt der linksseitigen Linthebene. Wasser- und Energiewirtschaft = Cours d’eau et énergie. Band: 29 (1937), Heft: 3-4. download
>Karten und Pläne
- Moos, Hans Heinrich von: Kanalisation der Linth zwischen Weesen, Näfels, Schänis und
Bilten. [1807?] Zentralbibliothek Zürich. download
- Escher von der Linth, Arnold: Profil der Linth vom Walensee bis in den Zürichsee vor der
Linthkorrektion (Feer und C. Escher). ohne Datum, ca. 19. Jh. ETH-Bibliothek Zürich. download
- Geometrischer Plan der Unter-Linth. 1784. Zentralbibliothek Zürich. download
- Escher von der Linth, Arnold: Einfluss der Linth in den Zürichsee vor der Correktion. ohne Datum, ca. 19. Jh. ETH-Bibliothek Zürich. download
- Pestalozzi, Heinrich: Carte des unteren Linththales und der zu Entsumpfung der Thalebene ausgeführten Canäle. 1852. download
Letzte Bearbeitung: 18.12.2025, markus weidmann


