Am 4. Juni 2013 rutschten im Gebiet Ober Weidist (nordwestlich von Altstätten SG) rund eine Million Kubikmeter Lockergestein talwärts. Dabei wurde ein Stall beschädigt. Im Gelände entstanden tiefe Risse.

Quelle
Andres, Norina / Badoux, Alexandre / Hegg, Christoph: Unwetterschäden in der Schweiz im Jahre 2013 : Rutschungen, Murgänge, Hochwasser und Sturzereignisse. Wasser Energie Luft, Band: 106 (2014), Heft: 1. download
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- Lage im Gebiet Ober Weidist
- Felduntersuchungen im Rutschgebiet „Ober Weidist“, Altstätten (SG), vorläufig abgeschlossen
- Ergebnisse der Experten für das Gebiet Ober Weidist liegen vor
- Nach Erdrutsch: Ein Hauch von Wildnis oberhalb von Altstätten
Lage im Gebiet Ober Weidist
Einen Monat nach der Rutschung begutachtete ein Expertenteam die Lage im Gebiet Ober Weidist.
Es finden nur noch leichte Bewegungen im Rutschgebiet statt. In den kommenden Wochen wird ein topographisches Modell des Hanges realisiert. Aufgrund dieses Modells
- können zukünftige Bewegungen des Hanges genauer festgestellt und beurteilt werden.
- können sinnvolle Optionen zur Stabilisierung des Hanges ausgearbeitet werden.
Seit der Rutschung im Juni 2013 gibt der Hangfuss dem Hang nicht mehr genügend Gegendruck. Deshalb kommt es nach wie vor zu kleinere Bewegungen. Wasser im Untergrund des Hanges führt dazu, dass sich die instabile Situation noch verschärft. Im verschütteten Bachgebiet wurde eine Kamera installiert. Dies ermöglicht es, allfällige Veränderungen rasch zu erkennen.
Quelle: News-Archiv der Gemeinde Altstätten. 8.7.2013
Felduntersuchungen im Rutschgebiet „Ober Weidist“
Im Zusammenhang mit dem grossen Hangrutsch Weidist oberhalb von Altstätten im Kanton St. Gallen wurden umfangreiche Feld- und Laboruntersuchungen vorgenommen. Unter anderem wurden ausgeführt:
- 3 Rotationskernbohrungen bis auf 70 m Tiefe
- umfangreiche geodätische Vermessungen
- Luftbildauswertungen aufgrund von hochauflösenden Aufnahmen mittels Drohnen
- C14-Datierungen
- Inklinometermessungen.
Dies ermöglicht, ein klares Bild über den Rutschmechanismus sowie die daraus resultierenden Konsequenzen zu erhalten.
Die bisherige Auswertung der Untersuchungen ergab unter anderem, dass sich in einer Tiefe von rund 50 Metern möglicherweise ein Gleithorizont befindet. Eine langfristige und technisch einwandfreie Stabilisierung der riesigen Rutschmasse wird deshalb anspruchsvoll.
Quelle: Geoconsulting AG: Felduntersuchungen im Rutschgebiet „Ober Weidist“, Altstätten (SG), vorläufig abgeschlossen. 3. Dezember 2013
Ergebnisse der Experten für das Gebiet Ober Weidist
Als Folge der starken Niederschläge Anfang Juni 2013 ging im Ober Weidist ein grosser Hangrutsch nieder. Der Stadtrat ordnete eine geologische Untersuchung an. Die Untersuchungen sind abgeschlossen, die Resultate liegen vor.
Die Experten nahmen im Auftrag der Stadt Altstätten diverse Untersuchungen vor. Unter anderem wurden
- Drohnenflüge zur Erstellung eines digitalen Terrainmodells durchgeführt
- drei Sondierbohrungen mit Inklinometermessungen in den Tiefen von 70 Meter, 36 Meter und 41 Meter vorgetrieben
- geodätische Vermessungen vorgenommen.
Zentrales Ergebnis: In einer Tiefe von 49 Metern gibt es eine Gleitebene, auf welcher sich die Rutschung bewegt. Aufgrund der Tiefe ist es technisch äusserst anspruchsvoll, die Gleitebene mit verhältnismässigen baulichen Massnahmen zu stabilisieren.
Das Rutschgebiet wurde in vier Zonen aufgeteilt:
- Zone I Brendentobel
- Zone II Terrasse Sonderegger
- Zone III Baumert
- Zone IV Trogenerstrasse / Rosenhaus
- Zone 1a und 1b entsprechen dem unmittelbaren Rutschgebiet. Dieses ist nach wie vor instabil.
- Im Bereich oberhalb der Rutschung können sich mittel- bis langfristig spontane Rutschungen lösen.
- Im restlichen Gebiet (inkl. Stadtgebiet) besteht nur eine sehr geringe Gefährdung.
Das Gebiet im Ober Weidist wird auch in Zukunft überwacht. Dazu wurde ein Überwachungs- und Notfallkonzept ausgearbeitet. Dieses beinhaltet unter anderem:
- Niederschlagsmessung
- Kontrolle der Risse im Gelände und Gebäude.
Werden gewisse Schwellwerte erreicht, werden konkrete Aktivitäten ausgelöst. Beispiele:
- Erhöhung der Überwachungszyklen
- Einbezug von Experten zur Beurteilung der Lage vor Ort
- Einbezug der Anwohnerinnen und Anwohner.
Nach dem Ausfliegen von Holz beim Brendenbach werden in der Zone 1 weitere Massnahmen definiert. Beispiele:
- oberflächliches Fassen von Wasseraustritten
- Aufforsten
- Ausplanieren.
Ziel dieser Massnahmen ist es, die Zone 1 wieder nutzbar zu machen. Sie werden die Stabilität der Zonen 2 bis 4 nicht erhöhen.

Quelle: News-Archiv der Gemeinde Altstätten. 11.3.2014
Nach Erdrutsch: Ein Hauch von Wildnis oberhalb von Altstätten
In der südost-exponierten und wild anmutenden Landschaftskammer oberhalb des Brendenbachs ereignete sich 2013 ein grossflächiger Hangrutsch. Diese Landschaft weist eine erstaunliche Vielfalt an Flora und Fauna auf. Beispiele:
- Waldeidechse
- Gartenrotschwanz
- diverse Spechtarten
- Neuntöter
- Gelbbauchunke
- Durchwachsener Bitterling
- Glockenblumen.
Pro Riet will diese Vielfalt in enger Zusammenarbeit mit dem Landwirt mit diversen Massnahmen stärken. Beispiele:
- Flächen extensivieren
- Hecken mit einheimischen Sträuchern ergänzen oder neu anlegen
- Gebüschgruppen und Einzelbäume pflanzen
- eine Blumenwiese schaffen
- bestehende Hochstamm-Obstgärten erweitern
- Gewässer wiederherstellen
- Steinlinsen erstellen
- standortfremde Gehölze und Sträucher entfernen.
Quelle: Der Rheintaler: Nach Erdrutsch: Ein Hauch von Wildnis oberhalb von Altstätten. 19.06.2024
Literatur
- Ehrenbold, S., I. Hugentobler & P. Horch (2007): Kulturlandschaft Weidist: Neue Lebensräume für Vogelarten der baumbestandenen Kulturlandschaft. Merkblatt für Grundeigentümer und Bewirtschafter. Schweizerische Vogelwarte Sempach. download
Letzte Bearbeitung: 18.12.2025, markus weidmann
