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- Wo löste sich der Dejenstock-Wiggis-Bergsturz?
- Welchen Weg nahmen die Bergsturzmassen? Wie weit bewegten sie sich?
- Welches Volumen hat der Bergsturz? Welche Fläche bedecken die Ablagerungen?
- Welche Folgen hatte der Bergsturz?
- Wann ereignete sich der Bergsturz?
Wo löste sich der Dejenstock-Wiggis-Bergsturz?
Er löste sich an der Nordflanke des Klöntals zwischen Dejenstock und Wiggis. Genauer gesagt: zwischen Dejenstock, Gumensattel und Chüehoren. Durch das Ablösen der Felsmassen entstand eine grosse Nische im Gelände; aus dieser fliessen heute die Vorder und Hinter Blanggenruus zu Tal.

Orange: Ausbruchsnische. Gelb / Rot: Ausbreitung des Bergsturzes / Bergsturzablagerungen. Die Eintragungen in dieser Karte erheben keinen Anspruch auf wissenschaftliche Exaktheit. © Hintergrundkarte: swisstopo digitales Höhenmodell swissALTI3D. Zur interaktiven Version dieser Karte
Welchen Weg nahmen die Bergsturzmassen? Wie weit bewegten sie sich?
Sie stürzten als mächtiger Trümmerstrom ins Klöntal hinunter. Ein Teil dieses Stroms prallte auf den Trümmertrom des Gleiter-Bergsturzes und brandete am Gegenhang Richtung Gleiterhoren empor. Ein anderer Teil wurde nach Osten abgelenkt und strömte rund sechs Kilometer weit ins Linthtal hinaus bis in die Gegend von Netstal.
Welches Volumen hat der Bergsturz? Welche Fläche bedecken die Ablagerungen?
Die Bergsturz-Ablagerungen haben ein Volumen von ca. 600 Millionen m3 (0.6 km3). Sie breiten sich auf einer Fläche von rund 6.5 km2 aus.
Welche Folgen hatte der Bergsturz?
Der Bergsturz staute die Löntsch auf. Dadurch entstand der Klöntalersee. Unmittelbar nach dem Ereignis war der Bergsturz-Stausee rund sieben Kilometer lang, ein bis eineinhalb Kilometer breit und 80 bis 90 Meter tief. Er war also bedeutend grösser und tiefer als der heutige Klöntalersee.
In der Folge tiefte sich der Löntsch in die Bergsturzmassen ein, die ihm den Weg versperrten; dies führte dazu, dass der Klöntalersee immer kleiner wurde.
1910 erstellte man im Raum Zuggerbüchel einen Staudamm. Seither vermittelt der Klöntalersee wieder einen Eindruck von der imposanten Grösse, die er nach dem Bergsturz hatte.
Wann ereignete sich der Bergsturz?
Hätte sich der Bergsturz während der letzten Eiszeit ereignet, dann wären Gletscher über seine Ablagerungen vorgestossen und hätten Moränen hinterlassen. Da man keine Moränen gefunden hat, kann man davon ausgehen, dass die Ablagerungen nicht von Gletschern überfahren wurden und sich der Bergsturz somit nach der letzten Eiszeit ereignet hat. Die Oberfläche der Ablagerungen macht den Anschein, als ob sich der Bergsturz erst vor kurzem ereignet hätte.
Der Dejenstock-Bergsturz stürzte über einen Teil der Ablagerungen des Glärnisch-Gleiter-Bergsturzes hinweg und ist somit jünger als der Glärnisch-Gleiter-Bergsturz.
Quellen
- Oberholzer, J. (1900): Monographie einiger prähistorischer Bergstürze in den Glarneralpen. 1 Karte (= Spezialkarte Nr. 21) und 4 Tfn., 1900. download
- Oberholzer, J. (1933): Geologie der Glarneralpen. – Beitr. geol. Karte Schweiz [N.F.] 28. download
- Streiff-Becker, R.: Die Triasgesteine im Bergsturz Glärnisch-Gleiter. Eclogae Geologicae Helvetiae, Band 46, Heft 2, 1953 download
- C.M. Schindler: Zur Geologie des Glärnisch. Separatabdruck aus „Beiträge zur Geologischen Karte der Schweiz“, Neue Folge, 107. Lieferung, 1959. download
- Wildi, W. & Pfiffner, O.A., 2025, Auf den Spuren folgenschwerer Naturereignisse in der Schweiz – Mit 25 geologischen Exkursionen. Haupt Verlag, Bern.
Letzte Bearbeitung: 17.12.2025, markus weidmann


