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- Welche Faktoren sind für die zukünftige Entwicklung der Alpen von Bedeutung?
- Plattentektonik
- Hebung, Abtrag und Klima
Welche Faktoren sind für die zukünftige Entwicklung der Alpen von Bedeutung?
> Plattentektonik
Wir wissen heute sehr genau, wie rasch sich die Kontinente in welche Richtung bewegen. Diese Bewegung wird auch in geologischer Zukunft anhalten. So kann man schon heute recht gut vorhersagen, wie die Welt in 100 Millionen Jahren aussehen wird.

Links: Heutiger Zustand. Rechts: in hundert Millionen Jahren. Da die Kollision von Afrika und Eurasien auch in Zukunft anhalten wird, wird ein riesiger Gebirgszug entstehen, der sich von Frankreich über Südeuropa bis nach Asien erstreckt. Das Mittelmeer wird es in 100 Millionen Jahren nicht mehr geben. Paläogeographische Karten © Colorado Plateau Geosystems, Inc., USA / © C.R. Scotese

Links: Heutiger Zustand. Rechts: in hundert Millionen Jahren. Gut sichtbar ist die Fortsetzung des riesigen Gebirgszuges nach Südosten. Das rote Meer und den Persischen Golf wird es in 100 Millionen Jahren nicht mehr geben. Paläogeographische Karten © Colorado Plateau Geosystems, Inc., USA / © C.R. Scotese
> Hebung, Abtrag, Klima
- Die Zentralalpen wachsen.
- In den Westalpen sind Abtragung und Hebung im Gleichgewicht.
- In den Ostalpen erfolgt die Abtragung rascher als die Hebung.
Auch in Zukunft werden die abtragenden Prozesse aktiv sein:
- Vorstoss und Rückzug von Gletschern
- Erosionskraft der grossen Flüsse
lokale Erosionsprozesse (kleine Flüsse, Hangrutschungen)
Das Klima ist ein wichtiger Steuerungsmechanismus der Erosion. Ob die Bedingungen in einem Gebiet zum Beispiel feucht-warm oder trocken-kalt sind, hat einen grossen Einfluss auf das Ausmass der Abtragung (Erosionsrate).
Gemäss Untersuchungen der Nagra ist am wahrscheinlichsten, dass der Wechsel zwischen Kalt- und Warmzeiten, wie er in der Vergangenheit auftrat, auch in Zukunft anhalten wird. Das bedeutet: Während der kommenden Million Jahre wird das Klima in der Schweiz durch einen Wechsel von Kalt- und Warmzeiten geprägt sein.
Nagra-Modellrechnungen für das Klima der kommenden 130’000 Jahre deuten darauf hin, dass die nächste grössere Eiszeit, die zu Gletschervorstössen bis in das Alpenvorland führt, frühestens in 50’000 bis 60’000 Jahren eintreten wird. Der aktuelle Klimawandel führt dazu, dass die nächste grössere Eiszeit tausende von Jahren später beginnen wird.
Zukünftige Gletscher werden in erster Linie dem Verlauf der bestehenden Täler folgen. Dadurch werden diese Täler verbreitert und vertieft. Es ist aber auch möglich, dass Gletscher neue Täler schaffen.
Quellen
- Nagra: Erosion – geologische Langzeitentwicklung und Tiefenlager. Themenhefte zur nuklearen Entsorgung, Dezember 2017 download
- Universität Bern: Die Schweizer Alpen wachsen weiter in die Höhe. Medienmitteilung, 26. November 2020. download
- Romain Delunel et al.: Late-Pleistocene catchment-wide denudation patterns across the European Alps. Earth-Science Reviews 211 (2020). download
- Erich Müller & Stefan Schmid: Zu erwartende Erosionsprozesse in den drei möglichen Standortgebieten für hochradioaktive Abfälle (Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost). Fachbericht zum «2×2-Vorschlag» der Nagra. 11. Januar 2016. download
Letzte Bearbeitung: 16.12.2025, markus weidmann