Die Seez hat in den Glarner Alpen ein Einzugsgebiet von rund 200 km2 Fläche. Sie durchfliesst das Weisstannental und anschliessend das Seeztal. Dabei fliesst sie durch die Ortschaften Weisstannen, Mels, Flums und Walenstadt. Schlussendlich mündet sie in den Walensee.
Auf dieser Seite
- Wie alles begann: Die Seez-Talebene
- Der Seez-Sumpf
- Der Seez-Sumpf und die Linth-Korrektion
- Die Seez-Korrektion
- 1996: Generelles Projekt für den Hochwasserschutz der Seez
- 2001 bis 2004: 1. Etappe des generellen Hochwasserschutz-Projekts Seez
- 2007 bis 2012: 2. Etappe
- Seez-Hochwasser
- Seez-Hochwasser, 1858
- Seez-Hochwasser, 1862
- Seez-Hochwasser 1870
- Seez-Hochwasser, 1874
- Seez-Hochwasser, Februar, 1877
- Seez-Hochwasser, Juli 1877
- Seez-Hochwasser, 1888
- Seez-Hochwasser, 1891
- Seez-Hochwasser, 1910
- Seez-Hochwasser, 1911
- Seez-Hochwasser, 1922
- Seez-Hochwasser, 1926
- Seez-Hochwasser, 1927
- Seez-Hochwasser 1950
- Seez-Hochwasser 1953
- Seez-Hochwasser 1954
- Seez-Hochwasser 1987
Wie alles begann: Die Seez-Talebene
Nach der letzten Eiszeit füllte die Seez einen beträchtlichen Teil des Walensees mit ihren Ablagerungen auf (siehe Grafik). Dadurch schuf sie die Talebene des Seeztals zwischen Mels und Walenstadt.

Als in der Endphase der letzten Eiszeit die Gletscher im Seeztal schmolzen, reichte der Walensee noch bis nach Sargans. Die Seez hatte vor 14’000 Jahren bereits einen Teil des Sees mit ihren Ablagerungen zugeschüttet und bildete so einen Abschnitt der Talebene (A). Der Rheingletscher war zu diesem Zeitpunkt bis in den Raum Sargans abgeschmolzen (B). Nördlich von ihm breitete sich der Rheintalsee aus, der bis zum Bodensee reichte.
Der Seez-Sumpf
Jahrtausendelang war die Seez-Ebene ein unfruchtbares, mit Gebüsch und Schilf bewachsenes Sumpfgebiet. Als der Walensee-Spiegel im 18. Jahrhundert anstieg, wurde die Versumpfung noch schlimmer.
„Die Gewässer des Seeztales wälzten sich in zahllosen Krümmungen dem Walensee zu; auf langen und breiten Wegen das Gelände durchdringend, oft mit ihren trüben Fluten und wüstem Geschiebe verheerend. Der grössere Teil des ebenen Landes glich meist einem ungeheuren, mit Wasser angefüllten Schwamm.“
Oswald Giger

Das Seez-Tal und sowie die Rhein-Ebene zwischen Sargans und Malans, vermutlich 1843. Noch haben alle Bäche und Flüsse ihren freien Lauf. Quelle: Pestalozzi, Heinrich: Das Rhein- und Seez-Thal bey Sargans. Winterthur, [1843?]
Der Seez-Sumpf und die Linth-Korrektion
Die Versumpfung der Seez-Ebene verbesserte sich, als der Seespiegel des Walensees zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Rahmen der Linthkorrektion gesenkt wurde.
Die Seez-Korrektion
Um den Talboden gänzlich zu entsumpfen und landwirtschaftlich nutzbar zu machen, schlossen sich die Grundbesitzer zum Seez-Unternehmen zusammen. Bei der Seezkorrektion von 1855 bis 1865 wurde die Seez auf der linken Talseite in einen Kanal verlegt. Auf der rechten Talseite wurde ein
Entsumpfungskanal gebaut. Bis 1901 wurden über 300 Kilometer Drainageröhren verlegt.

Correctionsplan für die Entsumpfung des Seezthales. Quelle: Grünenfelder, Emil: Geschichte des Seezunternehmens von 1851 bis 1965. Gewässerkorrektionen, Drainagen, Gütereinteilungen in der Seeztalebene von Mels, Flums und Walenstadt, Mels: Sarganserländische Buchdruckerei, 1966. download

Das Seeztal im Raum Walenstadt um 1885. Sicht von der Burgruine Gräpplang aus. 1 Seezkanal; 2 Entsumpfungskanal. Bild: ETH-Bibliothek Zürich.
1996: Generelles Projekt für den Hochwasserschutz der Seez
Nach dem Ereignis von 1987 wurden umfassende Massnahmen in Angriff genommen, um das Siedlungsgebiet von Mels und Plons besser vor Hochwasser zu schützen und um die Seez ökologisch aufzuwerten. Bis 1996 wurde ein „Generelles Projekt für den Hochwasserschutz der Seez“ ausgearbeitet.
2001 bis 2004: 1. Etappe des generellen Hochwasserschutz-Projekts Seez
Diese Etappe wurde in den Jahren 2001 bis 2004 umgesetzt und abgeschlossen. Sie erstreckt sich von der Mündung in den Walensee bis zum ehemaligen Wehr Poli unterhalb der ARA Seez.
- Der Geschiebe-Ablagerungsplatz Sax wurde in den Jahren 2001 und 2002 realisiert.
- Der Geschiebeablagerungsplatz Valmijoos wurde in den Jahren 2006 und 2007 umgesetzt.
2007 bis 2012: 2. Etappe
Die 2. Etappe (ehemaliges Wehr Poli unterhalb der ARA Seez bis Einmündung Röllbach inklusive Geschiebe-Ablagerungsplatz Valaschga) wurde in den Jahren 2007 bis 2012 realisiert. Sie beinhaltet den Abschnitt vom ehemaligen Wehr Poli unterhalb der ARA Seez bis zur Einmündung Röllbach. Zu dieser Etappe gehörte auch der Geschiebe-Ablagerungsplatz (GAP) Valaschga.
Detaillierte Informationen zu den weiteren Etappen findet man auf der WebSite Hochwasserschutz Seez (seez.info)
Seez-Hochwasser
Nachfolgend aufgeführte Hochwaasser-Ereignisse wurden – wo nicht anders vermerkt – dieser Publikation entnommen: Grünenfelder, Emil: Geschichte des Seezunternehmens von 1851 bis 1965. Gewässerkorrektionen, Drainagen, Gütereinteilungen in der Seeztalebene von Mels, Flums und Walenstadt, Mels. Sarganserländische Buchdruckerei, 1966
> Seez-Hochwasser, 1858
Eidgenössische Zeitung, Nummer 217, 7. August 1858
St. Gallen. Aus dem Oberland vom 29. Juli wird dem N. Tagblatt gemeldet: „Das Wasser hat grossen Schaden angerichtet. In der Nacht vom Dienstag auf den Mittwoch entleerten sich durchs ganze Land hinauf, und besonders im Weisstannenthal, gewaltige Regenströme unter Blitz und Donner. Am Morgen zwischen 8 und 9 Uhr allerorts Wassernoth. Die Seez schwoll zu einer nie gesehenen Höhe an und durchbrach den Damm auf den Melser-Rietern. Im neuen Kanal bei Flums streifte das Wasser die Brücken. Der Kanal bestand diese erste und harte Probe trefflich.
Weiter unten auf dem Territorium der Gemeinde Berschis ein zweiter Dammbruch an einer Stelle, wo man keine Gefahr ahnte. Vom obern Ausbruch auf den Rietern strömte das Wasser zwischen der Seez und der noch nicht vollendeten Eisenbahn die ganze Strecke durch alle Güter und Pflanzungen herab bis zur Haltstelle bei Flums, überlief die Eisenbahn und füllte den Entsumpfungskanal, dass auch dieser durch Austreten Schaden anrichtete. Beim alten Seezbett sammelte sich ein solcher Strom, dass er ein Stück Eisenbahn-Unterbau von zirka 3 Klafter Länge plötzlich unter den Schienen und Schwellen hinweg in den Kanal hinausdrückte.
der Bericht in e-newspaperarchives
> Seez-Hochwasser, 1862
Eidgenössische Zeitung, Nummer 15, 16. Januar 1862
Aus den Thälern der Thur und der Saar und Seez wird von Ueberschwemmungen berichtet.
der Bericht in e-newspaperarchives
> Seez-Hochwasser 1870
St. Galler Volksblatt, 5. November 1870
Bei Wallenstadt ist die Seez über dle Ufer getreten und hat ihre Zerstörungen angerichtet; der Badweg Ragatz-Pfäfers wurde ebenfalls wieder stellenweise zerstört.
der Bericht in e-newspaperarchives
> Seez-Hochwasser, 1874
St. Galler Zeitung, 3. August 1874
Die Seez richtete namentlich durch Austreten in Pflanzackern und Wiesen nicht unbedeutenden Schaden an, indem grosse Strecken mit Schlamm überführt wurden. Es ist verzeihlich, wenn sich die Bodenbesitzer im Rayon des Seezkorrektionsterrains sehr beklagen, dass die Wuhrungen am Seeztal in der Gegend vom Baschgen nicht schon langst erhöht worden sind, indem der Ausbruch des Wassers stets dort stattfindet, und von dort aus die sonst fast trocken gelegten Gräben an- und überfüllt werden und das Land unter Wasser legt. Die Betreffenden werden nicht verfehlen, ihre frühern Reklamationen bei der Seezkorrektionskommission zu erneuern, und hoffen wir auch, dass die Reklamanten gehörige Berücksichtigung finden werden. ( B. am W. )
der Bericht in e-newspaperarchives
> Seez-Hochwasser, Februar, 1877
Am 13./14. Februar 1877 wurde in den untern Gemeinden wegen Hochwasser in den Haupt- und Nebengewässern Sturm geläutet; von Sax-Gaschlon aus wurde das Gebiet bis zum Birch und vom Paschga aus dasjenige rechts und links der Seez von deren Fluten überschwemmt.
Die Ostschweiz, 17. Februar 1877
In unserm Kanton sind es diesmal hauptsächlich die Thur und die Seez, welche übel hausten.
der Bericht in e-newspaperarchives
> Seez-Hochwasser, Juli 1877
Am 15./ 16. Juli 1877 trat wieder ein Hochwasser ein, das an Wuhren und Brücken grosse Schäden verursachte, so die Paschgabrücke um 1 Fuss nach abwärts verschob, bei der Haggengassbrücke die Verschalbretter und Blechverdeckungen teils abbrach, teils ganz wegriss.(…) Seit Jahren habe man nie so grosse Wassermassen der Seez und namentlich des Schilsbaches gesehen.
Die Ostschweiz, 20. Juli 1877


> Seez-Hochwasser, 1888
Am 1. August 1888 trat die Seez auf Gaschlon, Dirsch, Linde, ob der Kapelle und im Paschga rechts, namentlich durch die Tränkelücke bei der Stallung Ramers (früher Christian Beeler) über die Ufer. Der Bahnhof Flums wurde überflutet.
> Seez-Hochwasser, 1891
Bei einem Hochwasser im Juli 1891 senkte sich eine Militärbrücke im Paschga. Sie verursachte Stauung und Überlaufen des Kanals auf anstossende Grundstücke.
> Seez-Hochwasser, 1910
Am 14./15. Juni 1910 setzte ein ausserordentlich grosses Hochwasser ein. Die Seez überbordete im Rundi und in der Mugg, beschädigte die Dirschbrücke, überlief in der Steinwiese und besonders an zwei Stellen im Paschga, von wo das Wasser ins Bahnhofgebiet Walenstadt floss. Unterhalb der Staatsbrücke riss das rechts aus dem Überschwemmungsgebiet in den Seezkanal einfliessende Wasser ein grosses Loch in die Kanalböschung, den Seeweg und anliegendes Land.
Neue Zürcher Zeitung, Nummer 164, 16. Juni 1910 Ausgabe 06
(…) Die Seez hatte ihre Ufer ebenfalls übertreten und überschwemmte das Talgelände. Eine hölzerne Brücke im Paschgen, den militärischen Uebungen dienend, hatte dem Anprall der wild daherstürmenden Fluten nicht mehr widerstehen können; sie wurde dem rasch anschwellenden See zugeführt.
der Bericht in e-newspaperarchives
> Seez-Hochwasser, 1911
(…) ergab sich am 7. Oktober 1911 ein Hochwasser, grösser als am 15. Juni 1910, wobei die Flut innert einer Stunde um mehr als 1 ½ m anstieg; bei der Dirschbrücke, auf deren Mittelpfeiler sich Treibholz ansammelte, überlief, während die nach dem Hochwasser vom Juni 1910 an den damaligen Überflutungsstellen erstellten Dammerhöhungen ihren Zweck erfüllten. Das Gebiet Walenstadt war genügend geschützt.
> Seez-Hochwasser, 1922
Beim Hochwasser vom 15./16 Juli 1922, das bei der Seez sehr rasch eintrat, floss im obern Gebiet aus der Seez überströmendes Wasser in den Entsumpfungskanal. Die Seez überlief damals ob der Saxbrücke. Der Überschwall lief über das Grossriet zur Bahnlinie hinüber.
Die Flut reichte im Seezkanal an manchen Stellen bis zur Uferkante hinauf, setzte das Valaschgagebiet unter Wasser, brach den Röllbach durch Aufstauen zum Überlaufen in das Mugg-Büntengebiet bis zum Flumser Dorfbach. Die Seez überlief auch ob und unter der Gimsabrücke, im Pluder, in Ganischa, in Paschga, beidseits und bei den Militärbrücken.
Das ins Grossriet überlaufende Wasser floss teils beim Bahndurchlass im Birch in den Entsumpfungskanal, teils in Richtung nach der Station Flums, worauf auch dieser Kanal an verschiedenen Stellen bei Flums und oberhalb Walenstadt überlief und weite Gebiete seeartig überdeckte: bei der Saxbrücke wurde der Strom durch den tiefliegenden Gewölbebogen, bei der Dirschbrücke durch den Mittelpfeiler daran, und am Geländer verfangenes Treibholz am glatten Ablauf verhindert.
Die Seez überflutete die Staatsstrassenbrücke ob dem See; unter dieser stürzte ein Stück rechtsseitiges Seezwuhr beim unteren Pulvermagazin samt dem Fahrweg ein. Bei der Sägerei Gätzi ob der Station Flums wurden Baumstämme auf das Geleise und sogar in den Entsumpfungskanal hinübergeschwemmt. Die Dämme am Seezkanal, besonders der neu erhöhte Seezstrassendamm, hielten stand, obwohl ca. 120 m3/ sec im Kanal abflossen.
> Seez-Hochwasser, 1926
Am 1. November 1926 hat ein Hochwasser beim Munitionsmagazin die Kanalböschung und die Fahrstrasse an drei Stellen angebrochen.
> Seez-Hochwasser, 1927
Am 27. September 1927 überbordete die Seez in geringem Masse auf Valaschga, Gafzella, Mugg, im Poli, Pluder und Paschga.
> Seez-Hochwasser 1950
Der Bund, Band 101, Nummer 231, 20. Mai 1950
Lebensretter. Beim sogenannten Emsensteg in Flums fiel dieser Tage ein Bäckermeister in die hochgehende Seez. Auf die Hilferufe einer Frau, die den Vorfall bemerkte, sprang ein Mann namens Huldreich Maggion in den Fluss, und es gelang ihm, den Ertrinkenden an das Ufer zu ziehen und zu retten.
der Bericht in e-newspaperarchives
> Seez-Hochwasser 1953
Am 26. Juni 1953 trat im Seezkanal ein ausserordentlich grosses Hochwasser ein mit mehreren Überflutungen, so besonders auf der linken Seite ober- und unterhalb des Röllbaches mit seeartigen Wasseransammlungen im Gebiet Dirsch, Valaschga, Gafzella, Mugg, Schmoni, Bünte bis zum Dorfbach, sodann im Paschga, besonders beidseits auf dem Schiessplatz, der linksseits auf ca. 1 ha mit Schlamm überdeckt wurde, mit Abfluss bis zur Bahnlinie, sodann ob und unter der Haggengasse.
Der Seewasserspiegel stieg innert 52 Stunden um 189 cm über den Strand hinauf. Böschungen und Dämme hielten stand.
Der Schilsbachkanal füllte sich mit Geschiebe auf, trat beidseits gegen Ganischa und das Schlossriet über die Ufer und überführte das Gelände mit Kies und Schlamm. Da der Bach auch den Seezkanal weitgehend wieder mit Steinen und Kies anfüllte, blieb auch im Schilsauslaufkanal eine starke Materialschicht liegen.
Neue Zürcher Nachrichten, Band 49, Nummer 147, 27. Juni 1953
Hochwasser in Walenstadt. Seit Donnerstagabend regnet es unaufhörlich in Strömen. Die Seez führt Hochwasser und ist bereits an einigen Stellen über die Ufer getreten. Der Schiessplatz Hacken der Schiessschule Walenstadt ist teilweise überschwemmt. Die Ortsfeuerwehr, die Betriebsfeuerwehr des eidgenössischen Zeughauses und das Zeigerpersonal der Schiessschule sind alarmiert worden. Da auch der Entsumpfungskanal Hochwasser führt, werden die Seitenbäche, die Geschiebe mitführen, gestaut.
der Bericht in e-newspaperarchives
Neue Zürcher Nachrichten, Nummer 148, 29. Juni 1953 Ausgabe 02
Der Walensee sinkt wieder. Walenstadt. Da der Regen aufgehört hat sind die ziegelroten Fluten der Seez zurückgegangen. Seit Freitagmittag ist der Wasserspiegel des Flusses um einen Meter gesunken. Damit ist die akute Gefahr für den Waffenplatz Paschgen der Schiessschule sowie für die umliegenden Bauerngehöfte vorläufig vorbei. Die neue Tankbahn ist mit Schutt und Schlamm verschüttet. Aus den Ställen musste das Vieh evakuiert werden. Die Scheibenbahn, das Motorenhaus und zwei Schiessstände der Schiessschule wurden unter Wasser gesetzt.
Der Spiegel des Walensees ist vom Donnerstagmorgen bis Samstagnachmittag um 190 cm gestiegen und hat eine Höhe erreicht, wie sie seit 1910 nie mehr beobachtet werden konnte. Im Weisstannental sind zwei Rüfen niedergegangen, so dass der Postautoverkehr unterbrochen wurde. Aus dem Tal kommen gewaltige Holzmassen, die durch die Seez ihren Lauf in den Walensee nehmen. Auch Kühe und Schafe wurde beobachtet, die bis in den See hinaus getragen wurden und dort ihr nasses Grab fanden.
der Bericht in e-newspaperarchives
> Seez-Hochwasser 1954
Am 21./22. August 1954 stellte sich ein gewaltiges Hochwasser ein, bei dem die Seez wieder überlief, so links im Saxriet, ob und unter der Dirschbrücke links, weniger rechts; auf Valaschga mit Wasserabfluss nach Mugg, Schmoni und Bünte, auf der Linde, ob und unter dem Gimsasteg, im Poli links, im Pluder, rechts unter dem Fabrikwehr.
Auf Paschga wurde rechts der neu erhöhte Damm am obern Ende abgeschwemmt; die Seez überlief sodann unter der Paschgabrücke rechts über den alten Damm (nicht den neuen), links auf dem Schiessplatz auf einer langen Strecke; die zwei eisernen Militärbrücken hinderten den Wasserstrom; auf einer derselben blieb angeschwemmtes Stammholz liegen; das rechtsseitige Strässchen ob der Haggengasse wurde bis Mitte bespült; die Staatsstrassenbrücke wurde unterkant bespült.
> Seez-Hochwasser 1987
Neue Zürcher Nachrichten, Nummer 165, 20. Juli 1987
Überschwemmungen im Werdenberg. Während das Unter- und Oberrheintal von Überschwemmungen verschont wurden, wurden in Buchs und den umliegenden Dörfern zahlreiche Keller, Wiesen und Äcker überschwemmt. Das Schwemmgut im hochgehenden Rhein klemmte sich an den Pfeilern der alten Holzbrücke zwischen Sevelen und Vaduz fest. Aus Sicherheitsgründen wurde die Brücke vorsorglich vollständig gesperrt.
Im Sarganserland standen Teile der Schiessschule Walenstadt unter Wasser: Die Seez hatte in Plöns bei Mels, in Flums und Walenstadt grossflächtig die Ufer übertreten. Entlang der Autobahn hatte der sonst ruhige Fluss aus dem Weisstannental landwirtschaftliche Liegenschaften unter Wasser gesetzt. Das Vieh einzelner Bauern musste evakuiert werden.
der Bericht in e-newspaperarchives
Literatur
- Grünenfelder, Emil: Geschichte des Seezunternehmens von 1851 bis 1965. Gewässerkorrektionen, Drainagen, Gütereinteilungen in der Seeztalebene von Mels, Flums und Walenstadt, Mels. Sarganserländische Buchdruckerei, 1966
- Good, Johann: Seezüberschwemmungen in den Jahren 1750, 1762 und 1764. [Gemeinde
Mels]. (Sarganserland II, 1963, S. 86-90.)
- Müller, Benjamin U.: Zur Quartärgeschichte des Seeztales (Kt. St. Gallen). Berichte der St. Gallischen Naturwissenschaftlichen Gesellschaft, Band 87 (1994). download
- Hantke, René: Die Diffluenz des würmeiszeitlichen Rheingletschers bei Sargans (Kanton St. Gallen) und die spätglazialen Gletscherstände in der Walensee-Talung und im Rheintal. Eiszeitalter und Gegenwart, Band 19, 1968. download
Karten
Pestalozzi, Heinrich: Das Rhein- und Seez-Thal bey Sargans. Winterthur, [1843?]. ETH-Bibliothek Zürich. download
Links
Letzte Bearbeitung: 18.12.2025, markus weidmann


