Gefahrenart

Rutschungen in der Vergangenheit

Rutschungen in den Welterbe-Kantonen Glarus, St. Gallen und Graubünden: Hintergründe, Karte und alle dokumentierten Ereignisse.

Diese Karte zeigt in einer Übersicht die Rutschungs-Ereignisse, welche in SardoNat präsentiert werden. Du kannst sie über einen Klick auf das Symbol in der Karte – oder über die Navigation – auswählen. Die Karte enthält sowohl spontane Rutschungen wie auch permanente Rutschungen.

Auf dieser Seite

Rutschungen und Klimawandel: Ein Blick in die Vergangenheit

Die grossen Rutschgebiete in den Alpen waren sehr aktiv

  • am Ende der letzten Eiszeit, als sich die Gletscher zurückzogen
  • am Anfang des Holozäns vor ca. 11’600 Jahren.

In den durch die Gletscher geformten Tälern kam es ohne die zurückhaltenden Kräfte der Eismassen zu einer Entspannung der Talflanken. Gleichzeitig verschwanden ausgedehnte Permafrostgebiete.

Markant mehr Rutschungen gab es zum Beispiel in den Löbben-Kaltphasen vor zirka 3000 Jahren. In dieser niederschlagsreichen Epoche ereigneten sich in ganz Europa zahlreiche Massenbewegungen.

Für die historische Phase der Kleinen Eiszeit ( 13. bis Mitte 19. Jahrhundert) können niederschlagsreiche Jahre mit Jahren hoher Rutschaktivität korreliert werden.

Seit den 1970er Jahren nahmen die Niederschläge in der Westschweiz zu. Dies führte in verschiedenen Rutschgebieten zu einer Zunahme der Bewegungen.

In jüngster Vergangenheit sind es vor allem die zunehmenden Winterniederschläge, die zusammen mit dem Schmelzwasser zu vermehrten Rutschungen führten.

Datenerhebungen der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) zeigen: Zwischen 1975 und 2020 waren zwei von fünf Gemeinden in der Schweiz von Rutschungen betroffen. Heute weisen rund 7% der Gesamtfläche der Schweiz instabile Hänge auf.

Quellen

  • OcCC: Extremereignisse und Klimaänderung. Bern, September 2003 download

Christoph Marty: Klimaänderung und Naturgefahren in Graubünden. Schweiz Z Forstwes 160 (2009) download

  • BAFU: Dossier Naturgefahren. Naturgefahren gehen alle an. So geht die Schweiz mit Risiken um. Magazin die umwelt 2 / 2020 download

Literatur

  • Albert Heim: Bergsturz und Menschenleben. Beiblatt zur Vierteljahrsschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich. Jahrg. 77, No. 20, 1932. download
  • Daniel Bollinger et al.: Hochwasser August 2005 − Analyse der Hanginstabilitäten. Swiss Bull. angew. Geol. Vol. 14/1+2, 2009 download
  • Nussbaum, Fritz: Über rezente Erdrutsche und Felsstürze in der Schweiz. Geographica Helvetica. Band 12, 1957 download
  • Andre Lotter: Paleolimnological evidence for increased landslide activity due to forest clearing and land-use since 3600 cal BP in the western Swiss Alps. Journal of Paleolimnology · February 2002 download
  • Huder, J.: Creep in Bündner Schist. Mitteilungen des Institutes für Grundbau und Bodenmechanik; Eidg. Tech. Hochschule Zürich. Nr. 107. 1976. download
  • Wildi, Walter / Pfiffner, O. Adrian: Auf den Spuren folgenschwerer Naturereignisse in der Schweiz. Haupt Verlag, 2025:
  • M. J. Froude and D. N. Petley: Global fatal landslide occurrence from 2004 to 2016. Nat. Hazards Earth Syst. Sci., 18, 2018. download
  • Pollock, W., & Wartman, J.: Human vulnerability to landslides.GeoHealth, 4, 2020. download

Rutschungen in der Vergangenheit des Kantons Glarus

Rutschungen, die sich in der Vergangenheit des Kantons ereigneten, werden in der StoreMe-Datenbank des Bundesamtes für Umwelt BAFU erfasst. Diese Datenbank ist nicht öffentlich zugänglich.

Literatur

Naturgefahren im Kanton Glarus – Faktenblatt Auflage 2 – Februar 2022 download

Kontakt

Fachstelle Naturgefahren des Kantons Glarus

Rutschungen in der Vergangenheit des Kantons St. Gallen

Rutschungen, die sich in der Vergangenheit des Kantons St. Gallen ereigneten, werden in der StoreMe-Datenbank des Bundesamtes für Umwelt BAFU erfasst. Diese Datenbank ist nicht öffentlich zugänglich.

Die Karte „Kantonaler Ereigniskataster“ präsentiert einen Auszug der in der StoreMe-Datenbank enthaltenen Ereignisse. Sie der zeigt, wo es in der Vergangenheit des Kantons St. Gallen zu Naturereignissen kam (Lawinen, Rutschungen, Sturz (Felssturz, Steinschlag), Wasser (Murgänge, Hochwasser, Ufererosion)). Detaillierte Infos zu einer Rutschung erhält man, indem man in der Karte auf einen roten Punkt oder eine rote Fläche klickt.

Abbildung zu «Rutschungen in der Vergangenheit»
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Literatur

  • Naturgefahrenkommission des Kantons St.Gallen: Gravitative Naturgefahren im Kanton St. Gallen. Leitfaden für Vorsorge und Schutz, 2019 download
  • Kanton St. Gallen: Naturgefahren im Kanton St. Gallen. Lehrmittel für Fachperson Bau und

Umwelt GFS. März 2016 download

  • Geoportal Uebersicht Naturgefahrenkarte download
  • Krayss, Edgar: Rutschungen im st. gallisch-appenzellischen Molassegebiet (Widenbach, Goldach, Sitter). Berichte der St. Gallischen Naturwissenschaftlichen Gesellschaft. Band (Jahr): 82 (1985). download

Links

Naturgefahren im Kanton St. Gallen

Naturgefahrenkarten des Kantons St. Gallen

Erläuterung zu den Naturgefahrenkarten

Kontakt

Abteilung Naturgefahren des Kantons St. Gallen

Rutschungen in der Vergangenheit des Kantons Graubünden

Rutschungen, die sich in der Vergangenheit des Kantons Graubünden ereigneten, werden in der StoreMe-Datenbank des Bundesamtes für Umwelt BAFU erfasst. Diese Datenbank ist nicht öffentlich zugänglich.

Die Ereigniskarte Rutschung präsentiert einen Auszug der in der StoreMe-Datenbank enthaltenen Ereignisse. Sie zeigt, wo es in der Vergangenheit des Kantons Graubünden zu Rutschungen kam. Detaillierte Infos zu einem Ereignis erhält man, indem man auf die braune Fläche (Prozessraum Rutschung) klickt.

zur Ereigniskarte Rutschung
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Die WebSite Graubünden und Naturgefahren (GraNat) vermittelt ein vielfältiges Wissen zum Thema Rutschungen in Graubünden.

Links

Graubünden und Naturgefahren GraNat

Kontakt

Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden

Letzte Bearbeitung: 16.12.2025, markus weidmann